Das Projekt

Im Auftrag von LAKA e.V. (Landesverband der Kommunalen Migrantenvertretungen Baden-Württemberg) mit Sitz in Stuttgart realisiert das interkulturelle KünstlerInnenlabel Kultureller Zwischenraum (Heilbronn) unter dem Titel Geschichten vom Fliehen und Ankommen ein Figuren- und Objekttheaterstück zum Thema Flucht.

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Integration Baden-Württemberg
in Kooperation mit der Stabsstelle Partizipation und Integration der Stadt Heilbronn und der Stadtbibliothek Heilbronn.

Uraufführung war am 19.11.15 in der Stadtbibliothek Heilbronn und das mobile Theaterstück geht jetzt auf Tour.

Menschenrechte finden in unserer Gesellschaft vielfach Konsens: Staaten und Initiativen setzen unter internationale und regionale Menschenrechts-Resolutionen ihre Unterschriften. Doch wie sieht deren Einhaltung im Bereich der Flüchtlingspolitik aus? Das Figuren- und Objekttheaterstück Geschichten vom Fliehen und Ankommen setzt sich mit Fluchtgründen auseinander und erzählt von Schicksalen derer, die eine gefahrenvolle Flucht aus menschenunwürdigen Zuständen wagen mussten. Geschichten von Vertreibung und Flucht von heute stehen neben historischen, wie z.B. der zahlreichen Auswanderung aus dem Herzogtum Württemberg vor circa 200 Jahren, den Lebensberichten von Flüchtenden während und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie jüdischer Mitbürger, die zur Zeit des Faschismus aus Deutschland fliehen mussten.

Das KünstlerInnen-Team fragt mit den Mitteln des Figurentheaters: Welchen Stellenwert haben die Allgemeinen Menschenrechte 67 Jahre nach ihrer Verkündung? Was bedeuten sie für BürgerInnen in Baden-Württemberg, von denen mehr als ein Viertel auf eine Einwanderungs-, Vertreibungs- und/oder Fluchtgeschichte zurückblicken. Wie sieht die Willkommenskultur bei uns wirklich aus? Mit den Mitteln der Kunst sollen diese Fragen direkt ins Gemeinwesen getragen werden. Kunst erzeugt Empathie und vermag über andere Sinne zu wirken als Medienberichte oder Vorträge.

Historische Quellen, bildende und darstellende Künste, Poesie sowie authentische Lebensgeschichten stehen im Stück gleichberechtigt nebeneinander. Durch die mobile Aufführungsform sind die Voraussetzungen gegeben, aufsuchende Theaterarbeit im öffentlichen wie im privaten Raum zu ermöglichen: Die ZuschauerInnen werden in eigenen sozialen Zusammenhängen aufgesucht. Diese Form ist gewählt, weil das Team nicht die Anonymität eines abgedunkelten Zuschauerraumes präferiert, in der das Publikum in die passive Rolle des bloßen Zuschauens gewiesen wird. Vielmehr soll das Publikum aktiver Bestandteil der Aufführung werden. In einer vertrauten Umgebung ist es leichter, sich solch einem relevanten gesellschaftlichen Thema zu öffnen.
Es ist angestrebt, dass die Theateraufführung überall dort gespielt werden soll, wo Menschen zusammen kommen:
In etablierten Kulturorten, die unterschiedliche Publikumsschichten binden; bei Privatpersonen im Wohnzimmer; in Räumlichkeiten religiöser Gemeinden; in Kursen verschiedener Bildungseinrichtungen; in Soziokulturellen Zentren; bei kommunalen Veranstaltungen und in Schulklassen ab der Klassenstufe 9.
Und natürlich auch in Bibliotheken: denn diese sind offene, frei zugängliche Orte für Menschen aller Altersgruppen, Schichten und jeder Herkunft. Sie wollen mit ihren interkulturellen, mehrsprachigen Angeboten gerade auch Flüchtlingen das Ankommen im fremden Land erleichtern. Im Anschluss an die Vorstellung wird es immer die Möglichkeit eines Gespräches mit den beteiligten KünstlerInnen geben. Außerdem werden ab Juli 2015 Arbeit, Probenprozess und Diskurs durch den Blog www.projektflucht.de begleitet.

Kontakt und Buchung:
– über das Kontaktformular auf www.kulturellerzwischenraum.de/fluchtgeschichten/
– oder direkt unter: martenmolnar@gmx.de

 

Flyer: PK_Fliehen_Ankommen

Szenen- und Probenbilder, Zuschauer (I, II, III, IV, V) – und Pressestimmen zum Theaterprojekt.