Die Rolle der Kunst in der Gesellschaft für, mit und von Geflüchteten: Symposium am Freitag

Fluchtpunkte Akt 2 Flyer

Grafik: Aßmann-Bareis;  Veranstaltungstipp: Ülkü Süngün

Veranstaltungstipp für dieses Wochenende:

Am Killesberg werden in den nächsten Wochen viele neue Nachbarinnen und Nachbarn mit Fluchterfahrung erwartet, die die neue Gemeinschaftsunterkunft in unmittelbarer Nähe der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beziehen. Dies ist einer der Auslöser für die von Ülkü Süngün (Künstlerin und Lehrbeauftragte, ABK Stuttgart) und Felix Ensslin (Lehrstuhl für Ästhetik und Kunstvermittlung, ABK Stuttgart) konzipierte Symposiumsreihe im Sommersemester 2016 „Fluchtpunkte. Kunst Handeln Denken in der Krise“, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Asyl- und Migrationsthematik kritisch auseinandersetzt. Den gesamten Freitag über findet das von Ülkü Süngün geleitete Symposium „Motion Discomfort“ in Form von drei Diskussionblöcken statt (15-minütige Statements unterschiedlicher Referentinnen und Referenten/Interview-Gespräch/Diskussionsrunde).

Schwerpunktthema der Beiträge ist die Rolle einer künstlerischen Praxis zum gesellschaftlichen und politischen Aktivismus für/mit/von Geflüchtete/n.

Kunststudierende der Akademie, die sich seit dem Wintersemester unter anderem mit Konflikten und Transformationen, die durch Migration und Flucht, Ankunft und Verhinderung von Ankunft von Geflüchteten in der Mehrheitsgesellschaft ausgelöst werden auseinandersetzen, werden als DAS SEMINAR performativ und architektonisch in den Ablauf des Symposiums eingreifen und Position beziehen.

Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Lehrende und Studierende der ABK Stuttgart sindprofessionell oder privat als Teil der Zivilgesellschaft vielfältig organisiert:

in der sogenannten Willkommenskultur innerhalb der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, der sozialen Arbeit mit Geflüchteten oder politisch aktiv. Zunehmend restriktive Asylgesetze lassen Fragen aufkommen, wie eine kritische sozialengagierte Arbeit mit Geflüchteten möglich ist, die sich weder paternalisierend noch eigene Zuschreibungenverdeckend realisieren lässt und in den Bereichen in denen sie aktiv einwirkt, Verschiebungen produziert anstatt die bestehenden Verhältnisse zu stabilisieren. Welche Rolle spielt die Kunst, wenn Begegnungen innerhalb starker Rechte- und Machtgefälle auf „Augenhöhe“ konstruiert stattfinden?

Strategien der Sichtbarmachung, der Vernetzung und Solidarisierung als auch verfügbare Ressourcen werden von Julia Eckert und dem Kulturschaffenden Can Gülcüentlang dieser Konflikte diskutiert. Seit dem Sommersemester 2016 leitet der Künstler Ulf Aminde die *foundationClass für Geflüchtete mit Studiumswunsch an der Kunsthochschule Berlin Weissensee. Er gibt Einblicke in die Bewegründe für die Einrichtung dieser Vorbereitungsklasse, zeigt Möglichkeiten struktureller Veränderungen innerhalb von Bildungseinrichtungen auf und diskutiert deren Chancen und Grenzen im Gespräch mit Felix Ensslin.

Mit den Sprecherinnen Burcu Doğramacı, Kerstin Pinther und Cathrine Bublatzky der AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration werdenkünstlerische Praktiken im Kontext Migration und Flucht und deren Herausforderungen an die Theoriebildung diskutiert.

Die Hamburger Agitprop-Künstler des Schwabinggrad Ballett und ARRIVATi, ein autonomes Kollektiv aus Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten veranstalteten unter dem Titel „Beyond Welcome“ kürzlich eine Reihe von urbanen Interventionen zu Rechten von Geflüchteten und dem Recht auf Stadt.

Als Teil dieser Kollektive berichtet die Aktivistin und Performerin La Toya Manly-Spain von den Aktionen und positioniert sich zum antimuslimisch und okzidentalistisch geprägten medialen Diskurs über die sexualisierte Gewalt nach der Kölner Silvesternacht.

Wie können feministische und künstlerische Interventionen und Positionierungen sich den Instrumentalisierungen und Artikulationen des Grenzregimes wiedersetzen? Mit der Refugee-Bewegung aktualisiert sich die Frage nacheinem solidarischen Zusammenleben in der postmigrantischen Stadt. Wie können Geflüchtete sich als politische Subjekte Gehör verschaffen, ohne dass ihre Positionen vereinnahmt werden? Rex Osa spricht von seinen langjährigen Erfahrungen zum Thema Empowerment und Selbstorganisation von Geflüchteten und erörtert im Dialog subversive Strategien und Spielräume im Feld der Kunst.

Mehr zu Personen und Inhalten auf dem Flyer.

Programm2

WANN?

Freitag,

17.06.2016

10 bis 20 Uhr

WO?

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Am Weißenhof 1

70191 Stuttgart

Neubau 2,

Vortragssaal

 

 

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