Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

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Stolpersteine erinnern an Bewohner eines Hauses im Stuttgarter Westen, die in Ausschwitz und Theresienstadt ermordet wurden. Foto und Text: Patrycja Przybilla

Am 27. Januar, vor 71 Jahren: Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau werden durch die Rote Armee befreit.  Anhänger der barbarischen Ideologie des Nationalsozialismus töten systematisch Abermillionen Menschen, insbesondere Juden, Sinti und Roma, politische Gefangene und Andersdenkende, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Zeugen Jehovas und sowjetische Kriegsgefangene.

„Der Holocaust war ein ungeheures Verbrechen. Niemand kann den Beweis leugnen, dass es geschah. Jedes Jahr gedenken wir der Opfer und ehren den Mut der Überlebenden und jener, die ihnen halfen und sie befreiten, und wir erneuern unsere Entschlossenheit, solche Gräueltaten künftig zu verhindern und die hasserfüllte Mentalität zurückzuweisen, die so etwas zulässt“, schreibt UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon in seiner Erklärung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Die amerikanische Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger hielt heute eine Rede im Bundestag: „Der Winter von 1944/45 war der kälteste Winter meines Lebens und blieb sicher unvergesslich für alle, die ihn damals in Europa erlebten. (…) Da hatte ich mich in eine Warteschlange gestellt, und auf die Frage des amtierenden SS-Manns mein Alter, damals noch zwölf Jahre, als fünfzehn angegeben, eine sehr unwahrscheinliche Lüge, denn ich war nach fast zwei Jahren Theresienstadt unterernährt und unentwickelt. Die Lüge war mir von einer freundlichen Schreiberin, ein Häftling wie ich, zwei Minuten früher eingeflüstert worden und ich hatte sie tapfer wiederholt. Der SS-Mann betrachtete mich und meinte, ich sei aber sehr klein. Die Schreiberin behauptete kühn, ich hätte starke Beine, „Sehen Sie doch nur, die kann arbeiten“; er zuckte die Achseln und lieβ es gelten. Einem Zufall von wenigen Minuten und einer gütigen jungen Frau, die ich nur einmal im Leben gesehen habe, verdankte und verdanke ich mein Weiterleben, denn der Rest des Transports von Theresienstadt, mit dem ich gekommen war, wurde in den nächsten Tagen vergast.“

Als eine der wenigen, die das Warschauer Ghetto überlebten, sagte Barbara Góra: „Ich habe früh gelernt, keine Angst zu haben. Nur so haben wir überlebt“. Christian Ignatzi erzählte sie ihre Geschichte.

 

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