Zuschauerworte III

Schreder

Cosima Greeven und Natasa Rikanovic schreddern als Frontext-Mitarbeiter Horst und Tex Menschrechte und Grundgesetze (Bild von der Premiere am 19.11.2015). Foto und Umfrage: Patrycja Przybilla

Wie ging es Zuschauerinnen, die in Ihrem Beruf Strukturen schaffen, die gesellschaftliche Teilhabe von Migrant_innen  ermöglichen beim Schauen von „Geschichten vom Fliehen und Ankommen“? Wir fragten die Leiterin der Stabstelle Partizipation und Integration der Stadt Heilbronn und die Integrationsbeautragte der Stadt Göppingen:

„Das Theaterstück zeigt eindrucksvoll die Realität. Ich hoffe, dass dadurch Vielen deutlich wird, dass eine Fluchtgeschichte alle treffen kann. Die dramaturgische und szenische Umsetzung hat mich fasziniert. Jede Fluchtgeschichte hatte ihre ganz eigene Darstellung. Frieren ließen mich aber die Blechfiguren und ihre provokanten Äußerungen – vor allem, da diese mit echten Zahlen und Fakten hantierten und jedem bewusst wird, wie viele Schicksale dahinter stehen, wie wenig das aber in den täglichen Berichterstattungen gesehen wird. Das Stück ist sehr zu empfehlen – gerade weil es weitere Perspektiven zeigt und auch zum Schluss Mut macht, sich selbst einzubringen,“ sagt Roswitha Keicher, Leiterin der Stabsstelle Partizipation und Integration. Sie hat das Team vom Kulturellen Zwischenraum von Beginn an dabei unterstützt die Idee dieses Projekts – die vor drei Jahren entstand –  in die Realität umzusetzen.
„Beeindruckendes, hervorragend gespieltes Theater. Die Darstellung berührte mich tief. Stellenweise blieb mir die Luft weg. Die Geschichten sind harte Kost, manche sicherlich an der Grenze zur Überspitzung; doch das gehört zum Theater, das berühren und bewegen darf. Ganz toll finde ich, dass die Aufführung eindeutig Partei für die Situation der Flüchtlinge ergreift, ohne Wenn und Aber. Es gibt keine Unterscheidung zwischen „guter“ – Kriegsflüchtling und „schlechter“ – Wirtschaftsflüchtling. Diese Unterscheidung, die nun durch die Politik gemacht wird, erscheint durch dieses Theaterstück absurd und unmenschlich,“ findet Dragica Horvat, Integrationsbeauftragte der Stadt Göppingen. Sie hat initiiert, dass das Stück für Interessierte in Göppingen gespielt werden kann und war am Abend des 26.11.2015 mit im Publikum.

 

Nikolaikirche2

An jedem Spielort herrscht eine andere Bühnenatmosphäre. Das Foto zeigt das Bühnenbild nach der Inszenierung in der Nikolaikirche, Heilbronn am 2.12.2015. (Foto: Christian Marten-Molnár)

Das nächste Mal spielt das Künstler_innenteam erneut in den Räumen der Stadtbibliothek Heilbronn im K3 am Mittwoch, 16.12.2015 um 20 Uhr. Die Höhe des Eintrittspreises bestimmen Sie selbst. Je nach Ihren Möglichkeiten bezahlen Sie entweder:
15 €, 7 € oder 2 €.

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