Die Spannung steigt: die letzten Proben in der Bibliothek

 

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Gespannt und etwas aufgeregt blicken die beiden Schauspielerinnen Cosima Greeven und Natasa Rikanovic auf die Premiere von „Geschichten vom Fliehen und Ankommen“, die sie in der Stadtbibliothek Heilbronn im K3 am Donnerstagabend um 20 Uhr erwarten. Die finalen Proben bestreitet das Spielerinnenteam gemeinsam mit Regisseur Christian Marten-Molnár bereits seit Samstag in den Räumen der Bibliothek, dann wenn an den Schließtagen oder am Abend kein Besucher oder Mitarbeiter mehr vor Ort ist.

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Christian Marten-Molnár, der auch Lichtpult bedient erzählt: „Die Proben verliefen gut. Was uns am meistens verblüfft hat, dass die Wirklichkeit uns eingeholt hat. Es scheinen in der Politik Dämme gebrochen, die zunehmend den Grundkonsens der Menschenrechte verlassen. Es wird ein Egoismus geredet: wo sollen Menschen hin – deren Alltag es beispielsweise im Irak ist, dass religöse Fanatiker Menschen umbringen – wenn ein Land das wirtschaftsstark ist die Grenzen dicht macht? Müssten wir nicht noch mehr solidarisch mit diesen Leuten sein?“

 

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Natasa Rikanovic (sie spielt hier eine Flugbegleiterin) sagt über die sechs Wochen Probephase: „Die Zusammenarbeit war super, haben – obwohl das Thema ernst ist – viel gelacht. Die Arbeit ergibt für mich Sinn; und ich hoffe, dass viele Menschen sich das Stück anschauen. Mich berühren alle Geschichten.“

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In der Rolle der Anhörerinnen beim Asylverfahren können die Spielerinnen die Zuschauer sicher zum Lachen und Nachdenken bringen.

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„Die Rede von Giusi Nicolini der Bürgermeisterin von Lampedusa (die Cosima Greeven auf der Bühne spricht) hat mich sehr berührt: Sie ist so mutig. Den Horst spiele ich auch sehr gerne – einen ziemlich einfälltigen, grobschlächtigen, lebensfrohen Mensch, der nicht viel nachdenkt und unreflektiert die gröbsten Sachen macht, völlig unmoralisch. Er hat keine moralische Bildung. Das ist schauspielerisch interessant und geht von Szene zu Szene sehr ins Extrem und stellt die Unmenschlichkeit europäischen Verhaltens bloß. Ich fand interssant herauszufinden, was Humor ist; man denkt erst ein Lied wie ,zehn kleine Flüchtlinge` ist fies, aber es beschreibt Tatsachen. Interessant ist auch, dass viele Ideen, die wir anfangs hatten, nicht mehr mit dem Thema zusammenpassten, da sie es verharmlosten. Romantische Bilder, Poesie können bei dem unpoetischen Thema Krieg und Flucht ironisch wirken,“ erklärt Cosima Greeven.

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Fotos und Text: Patrycja Przybilla

„Geschichten vom Fliehen und Ankommen“. Ein Theaterabend:

Uraufführung: 19.11.15, 20:00 Uhr Stadtbibliothek Heilbronn

Weitere Termine:

26.11.15 – 20:00 Uhr – Altes E-Werk Göppingen, Mörikestraße 18
27.11.15 – 19.00 Uhr – ARKUS Familienzentrum Heilbronn, Happelstraße 17,
02.12.15 – 19:30 Uhr – Nikolai-Kirche Heilbronn, Sülmerstraße 72
16.12.15 – 20:00 Uhr – Stadtbibliothek Heilbronn, K3 Berliner, Platz
26.01.16 – 20:00 Uhr – Gemeindebücherei Kirchardt, Hauptstadtstraße 6
12.04.16 – 20:00 Uhr – Otto-Rombach-Bücherei, Bietigheim-Bissingen, Hauptstraße 19

Weitere Vorstellungen in Heilbronn und Baden-Württemberg sind in der Planung.

Karten an der Abendkasse oder online.
Vorbestellungen unter www.projektflucht.de/karten

 

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